Konzerne als Retter?

Konzerne als Retter? Das Geschäft mit der Entwicklungshilfe

TerminDienstag, 2. Mai 2017 | 20:00 | OFF Broadway
Weltpremiere mit den Regisseuren und weiteren Gästen, im Anschluss Diskussion
Produktion Deutschland | 2017
Regie Caroline Nokel , Valentin Thurn

Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit setzt zunehmend auf die Privatwirtschaft. Nur sie könne effizient Armut und Hunger in der Welt bekämpfen. Der kritische Dokumentarfilm nimmt den Zuschauer mit nach Kenia, Sambia und Tansania und fragt, wie öffentlich-private Partnerschaften konkret funktionieren und ob die Ärmsten der Armen von ihnen profitieren.

Produzent und Co-Autor Valentin Thurn ist einer der profiliertesten deutschen Dokumentarfilmer. Seine Kinofilme „Taste The Waste“ und „10 Milliarden – wie werden wir alle satt?“ erreichten hunderttausende Zuschauer in zahlreichen Ländern und entfachten intensive Debatten um Fragen der Lebensmittelverschwendung und Welternährung.
Die Dokumentation 'Konzerne als Retter?' feiert ihre Uraufführung im Allerweltskino in Anwesenheit von Caroline Nokel, Valentin Thurn und weiteren Gästen.

Eine Veranstaltung mit freundlicher Genehmigung von NDR / ARTE in Zusammenarbeit mit Thurnfilm: www.arte.tv/guide/de/059525-000-A/konzerne-als-retter

Die Erstausstrahlung ist am 09. Mai 2017 um 20:15 Uhr auf ARTE.


Die Vereinten Nationen haben sich mit den Sustainable Development Goals ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2030 sollen Armut und Hunger weltweit beendet werden. Um das zu erreichen, setzt die staatliche Entwicklungshilfe zunehmend auf die Privatwirtschaft. Die öffentlichen Gelder seien knapp, zusätzliche Investitionen aus der Wirtschaft nötig, um „Hebeleffekte“ zu erzielen. Der Einsatz unternehmerischen Know-Hows kreiere eine win-win-Situation für alle Beteiligten, so die Befürworter des Trends aus Politik und Wirtschaft. Kritiker halten dagegen, dass das Einbeziehen von Konzernen in die Entwicklungshilfe eine Außenwirtschaftsförderung sei und nicht den Hungernden zugute komme.

Die 86-minütige Dokumentation analysiert die politischen Hintergründe öffentlich-privater Partnerschaften in der Entwicklungshilfe. Sie beleuchtet sieben unterschiedliche Modelle der Zusammenarbeit im Ernährungs- und Landwirtschaftssektor in Kenia, Sambia und Tansania: vom Versuch deutscher Unternehmen, die Produktivität kenianischer Kartoffelbauern zu steigern, bis hin zum Investmentfonds, der Entwicklungsgelder nutzt, um mit gigantischen Soja- und Maisplantagen Rendite für Anleger in Deutschland zu erzielen.
Der aufwändig recherchierte Film zeigt den Missbrauch staatlicher Entwicklungsgelder durch die Industrie auf und macht den Grundkonflikt zwischen industrieller und kleinbäuerlicher Landwirtschaft deutlich. Ist die Zusammenarbeit von privat und Staat in der Entwicklungszusammenarbeit möglich, so dass die lokale Bevölkerung auch wirklich von ihr profitiert?

Länge 86 Min.
Fassung deutsche OF
Format Blue Ray
Handlungsland Kenia, Tansania, Deutschland, Sambia
Stichworte Afrika, Armut, Dokumentarfilm, Entwicklungspolitik, Globalisierung / Weltwirtschaft, Nachhaltigkeit
Verleih (Produktionsfirma)